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Okay,

bevor hier ein Rätselraten entsteht - wenn überhaupt - dann möchte ich kurz meine Motivation erläutern:

Eigentlich schreibe ich schon sehr lange und oft, aber nie "öffentlich". Das möchte ich gerne insofern ändern, als dass ich gerne einfach schreibe. (Umwerfende Logik, ich weiß.) Aber man soll ja nie stehen bleiben, sondern weitermachen und irgendwie ist gestern die Idee geboren, einen Blog zu führen.

Ich weiß nicht, wohin mich diese Reise führt, aber ich werde mich die nächsten Tage (genau 40, was aber nichts mit der Fastenzeit zu tun haben soll) an den Laptop setzen und einfach drauflos schreiben werde. 

Mal sehen, was daraus wird. Bisher ist kein Plan vorhanden, vielleicht lässt er sich noch bei mir blicken.

Falls ihr mögt, lasst es mich wissen, dass ihr das hier lest - oder lasst es. Ich zieh das jetzt hier durch :D

Also - voller Tatendrang oder full of zest for action

Alter: 33
 

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war vieles einfacher

Ich glaube...:
an das Positive im Menschen, auch wenn das manchmal ziemlich naiv ist



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Tag 5

Tag 5

Mit einem Kaffeebecher über die Straße, natürlich nicht dort, wo ein Zebrastreifen ist, denn das kann ja jeder. No risk, no fun! So sieht es doch aus! Sollen sie doch für sie anhalten und hupen! Who cares?

Sie weicht einer Pfütze aus, die hohen Haken bringen sie ein wenig zum Straucheln, aber auch dabei liebt sie das Risiko. Außerdem hasst sie diese flachen Gesundheitslatschen. Zum Kotzen! Die tragen doch nur diese ältlichen Damen oder Pärchen im Partnerlook. Wer hat das eigentlich erfunden?

Über dem weißen Plastik-Einmal-Deckel schwappt ein wenig von ihrem Caramel Macchiato. Überteuert, lecker, viel zu viele Kalorien des Sirups wegen, die Sahne hilft auch nicht bei der positiven Kalorienbilanz. Geil ist’s trotzdem, so!

Sie setzt den Becher an die rot geschminkten Lippen, versucht, einen Schluck im Laufen zu trinken, was natürlich daneben geht. Ätzend. Der weiße Deckel ist jetzt mit einem Lippenabdruck verziert, was wirklich unappetitlich aussieht und sie daran zweifeln lässt, ob das wirklich eine gute Idee gewesen ist, sich vor dem Besuch im überteuerten Kaffeeladen die Lippen nachzuziehen. Was soll’s?

Heute ist ein beschissener Tag, da kommt es nicht darauf an. Darauf jedenfalls nicht. Sie schultert die Handtasche, zieht den Mantel enger und versucht, nicht zu frösteln. Beschissen, beschissen, beschissen.

Während sie weiter im Kopf fluchend Slalom um die anderen Fußgänger läuft, den Kaffeebecher in der beringten Hand balanciert, fallen die Regentropfen weiter auf ihren Kopf hinunter. Das war’s mit der Frisur. Scheiße nochmal.

Sie schaut auf die Uhr, ja, natürlich! Musste ja sein, war ja klar! Viel zu spät mal wieder, das musste ja so kommen.

Wenn nicht diese kleine Schlampe vor ihr im Kaffeeladen noch dreimal das Geld nachgezählt hätte, damit sie sich einen kleinen Kaffee leisten konnte. Jede einzelne kupferne Münze wurde in der schwitzigen Handfläche umgedreht mit unsicheren Fingern, während sie doch wirklich mit lautem Seufzen klargemacht hatte, wie enervierend sie diese Situation fand. Aber nein! Dieses kleine Miststück hatte sie vollkommen ignoriert und sich bei der Bestellung bestimmt extra versprochen und mit so zittriger Stimme leise ihren Wunsch geäußert, dass der Barister mehrmals nachfragen musste. Letztendlich hatte sie dann die Nerven verloren und die Order laut wiederholt, was ihr einen verschreckten Seitenblick von diesem verhuschten Ding eingebracht hatte. Unter den strähnigen Ponyhaaren wurde sie aus großen Augen angestarrt, die Wimpern stümperhaft zu Fliegenbeinchen zusammengeschmiert. Herrgott! Was war denn eigentlich mit den Kindern von heute los? Waren denn alle depressiv, emomäßig, gothicähnlich oder was auch immer? War denn wirklich niemand in der Lage, die eigenen Kinder richtig zu erziehen?

Sie verdreht die Augen. Immer diese Weicheier, diese sich selbst bemitleidenden Menschen, schlimm, einfach schlimm! Und das fängt ja jetzt bei der Jugend schon an. Wo soll das nur hinführen?

Sie nimmt den letzten Schluck aus dem Pappbecher und wirft ihn im Vorbeilaufen in einen Mülleimer. So viel Zeit muss sein. Dann beschleunigt sie ihre Schritte, drängelt sich an einem älteren Mann vorbei und rennt auf die Tür zu.

15.2.16 19:33


Tag 4

 Tag 4

Es hatte alles so wunderbar angefangen: Ein Sommertag, herrlichstes Kaiserwetter, Vogelgezwitscher, ein Blick, ein Lächeln.

Ein Klischee, total abgedroschen - zu kitschig um wahr zu sein.

Viel zu weit von dem eigentlichen Leben entfernt.

Wenn man etwas sieht und sich denkt: „Ja, das ist schön, aber das passt nicht zu mir. Eigentlich.“ Aber insgeheim sehnt man sich solche Momente herbei, weil sie zu schön sind, weil sie nicht zum eigenen eigentlichen Leben zu passen schienen. Und in der Überraschung, dass sie dann doch passierten, nimmt man sie an und ist fassungslos vor Glück. Ungläubig in einer positiven Schockstarre, alles herum in rosa Watte gepackt, himmelhochjauchzend jubelnd und alles ergibt plötzlich einen Sinn.

So scheint es jedenfalls.

Wenn, ja wenn man nicht alles verbockt.

Dann zerfällt das schöne Bild, zerbröselt unter den eigenen Fingern, und man steht ohnmächtig daneben und kann nichts dagegen tun.

 

15.2.16 18:40


Tag 3

Tag 3

„Du musst dich jetzt wirklich dem Ganzen stellen!“

„Ja, ich weiß.“

„Es nützt doch nichts, immer wegzulaufen.“

„Nein, natürlich nicht.“

„Du wirst schon sehen, wenn du reinen Tisch gemacht hast, wird es dir besser gehen.“

„Bestimmt.“

„Augen zu und durch – du schaffst das schon! Ich glaube an dich.“

Seufzend drückte er auf das Telefonsymbol auf seinem Handy. Ja, das ist ja schön – da glaubt man also an ihn. Er strich sich mit dem Handrücken über die Stirn. Stellen, ehrlich sein – das hatte er doch alles schon versucht! Und was hatte es ihm das gebracht?

Rein gar nichts, absolut nichts. Nada. Niente. Nichts.

Unschlüssig hielt er weiter das Handy in seiner Hand und starrte darauf. Ganze 5 Minuten hatte dieses Telefonat gedauert und hatte doch wieder alles durcheinander gebracht. Jetzt, als er doch endlich wieder einigermaßen auf der Reihe war.

Von seinem Fenster konnte er nach draußen das Meer sehen. Die Brandung, die Möwen, die über den Wellen ihre Kreise zogen.

Dieser Ausblick sollte so viel richten, sollte ihm zu mehr Klarheit verhelfen. Dafür hatte er auch den Extrazuschlag bezahlt. Die meditative Kraft des Meeres hatte schon so manches verbessert – irgendwie half es ihm, wenn er am Wasser saß und seinen Blick in die Ferne schweifen ließ.

Der leuchtende, warte Bildschirm des Laptops, sein Kontakt zur Außenwelt – das alles konnte im Haus warten, während er draußen seine Runden am Strand zog. Begleitet vom Rauschen des Meeres konnte er seinen Gedanken nachhängen und immer wieder durchkauen, was so alles schief gelaufen sein mochte. In den letzten Tagen, in den vergangenen Jahren – Revue passieren lassen, wie so gerne gesagt wurde. Am Strand war alles besser. Egal, bei welchem Wetter, draußen, in der Seeluft war er weit entfernt gewesen von diesem Desaster, das sich sein Leben nannte.

Aber natürlich musste er ja auf das Gespräch am Strand eingehen. Und natürlich musste er daraufhin sein Handy anstellen und die verpassten Nachrichten und Anrufe erzielten die gewünschte Wirkung. Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass er mal wieder so egoistisch gewesen war. Aber war er das wirklich gewesen?

15.2.16 18:28


Kommentare erwünscht :)

Okay,

bevor hier ein Rätselraten entsteht - wenn überhaupt - dann möchte ich kurz meine Motivation erläutern:

Eigentlich schreibe ich schon sehr lange und oft, aber nie "öffentlich". Das möchte ich gerne insofern ändern, als dass ich gerne einfach schreibe. (Umwerfende Logik, ich weiß.) Aber man soll ja nie stehen bleiben, sondern weitermachen und irgendwie ist gestern die Idee geboren, einen Blog zu führen.

Ich weiß nicht, wohin mich diese Reise führt, aber ich werde mich die nächsten Tage (genau 40, was aber nichts mit der Fastenzeit zu tun haben soll) an den Laptop setzen und einfach drauflos schreiben werde. 

Mal sehen, was daraus wird. Bisher ist kein Plan vorhanden, vielleicht lässt er sich noch bei mir blicken.

Falls ihr mögt, lasst es mich wissen, dass ihr das hier lest - oder lasst es. Ich zieh das jetzt hier durch :D

Also - voller Tatendrang oder full of zest for action

11.2.16 20:02


Ich weiß es

Ich weiß es

Ich sitze hier und denke

an dich.

Überlege,

was du tust und weiß, dass alle Worte abgedroschen sind. Aber

ich habe das Bedürfnis, diese Worte zu benutzen, weil es sonst kaum eine andere Möglichkeit gibt, dieses Gefühl auszudrücken und nach draußen zu schreien.

Es knistert in mir,

wenn ich an deine Nähe denke.

Es kribbelt,

wenn ich an die Berührung deiner Hand auf meiner denke.

 

Und ich weiß, dass da etwas ist zwischen uns.

 

Das Funkeln in deinen Augen, wenn du lachst. Du hast mich so angesehen, ich weiß es.

 

Und du

weißt es auch.

11.2.16 20:46


Tag 2

Tag 2

Was willst du werden? Was willst du sein? Was wird aus dir? Was? Was? Was?

Diese Fragen hallten ihm durch den Kopf und erzeugten ein ungeliebtes Echo. Vor und zurück bewegten sie sich wie Wellen am Strand. Wassertropfen, einzeln für sich winzig klein, zusammen eine überwältigende Masse.

Er starrte auf die Wogen, die sich langsam aber unwiderruflich an den Strand bewegten, sich zurückzogen, wiederkamen, Gischt mit sich trugen. Mal leise, mal laut, aber immer da. Das Geräusch hörte nie auf, war allgegenwärtig.

Er füllte die Lungen mit salziger Seeluft, atmete tief ein und hielt kurz mit geschlossenen Augen inne. Die Seeluft reizte sein Gesicht, die Wangen waren längst gerötet und die Nase lief.

Er stutze – war dort nicht ein anderes Geräusch gewesen? Eines, das nicht so recht zu dem kontinuierlichen Klang der Wellen passen wollte?

Er horchte auf und drehte langsam den Kopf zu den Dünen hinter ihm. Weiße Wände mit grünen Kronen, die der Wind zerzauste. Der Himmel darüber grau und noch dunklere Wolken jagten über ihn hinweg.

Dort!

Man konnte die Hand erst nur erahnen, dann kam die Person langsam näher mit winkenden Armen, über den Kopf in die Höhe gerissen. Der Mund war zu einem Rufen geöffnet, aber der Wind trug den Klang fort und die See übertönte alles mit Brausen.

Er zog die Augenbrauen hoch – wer konnte das sein? Was wollte dieser Mensch von ihm? War er nicht extra weit weg von Zuhause, damit ihn niemand fand, niemand Fragen stellte, niemand Antworten wollte? Und jetzt hatte ihn doch wer gefunden!

Die Person näherte sich mit hastigen Schritten, die aber vom Sand der Dünen verlangsamt wurden.

Er nutzte die verbleibende Zeit und drehte sich ein letztes Mal um, schenkte den Wellen einen sehnsüchtigen Blick und verabschiedete sich von seinen Gedanken, vom Tosen und Brauen, und bereitete sich auf ein Gespräch mit einem anderen Menschen vor.

11.2.16 19:28


Tag 1

Laute Musik hämmerte aus den Lautsprechern. Der Fußboden vibrierte förmlich. Das Wasserglas imitierte die Szene aus „Jurassic Park“, in der der Tyrannosaurus Rex langsam näher kommt. Ungefähr so fühlte er sich auch. Dass langsam etwas näher käme. Sich ihm näherte und er bald den heißen Atem spüren würde. Tödlich, heißer, übel riechender Atem. Die Nackenhaare stellten sich langsam auf und sein Mund wurde trocken. Er schluckte und zog die Schultern hoch, spannte die Muskeln an, bereit zum Aufspringen. Gitarrenriffs peitschten weiter durch das Zimmer und der Bass dröhnte. Er schloss die Augen und versuchte sich auf die Musik zu konzentrieren.

Musik.

Nicht unbedingt die Musik, die jeder hört. Nein. Das wäre zu einfach. Eher die, die Stirnrunzeln verursacht. Von der manche Menschen Ohrenschmerzen bekommen oder behaupten, diese „Musik“ verursache Zahnschmerzen. Die Anführungszeichen werden dabei beim Sprechen betont und damit das Missfallen noch deutlicher.

Er wippte mit dem Fuß mit, spürte den Rhythmus durch den Körper dringen.

Unerträgliche Müdigkeit. Er schloss die Augen fest und seufzte tief, stütze das Kinn in der Hand ab und unterdrückte ein Gähnen.

Aber es wollte einfach aus ihm heraus. Seine Augen tränten durch die geschlossenen Lider und er presste die Kiefer zusammen, um nicht doch das Gähnen herauslassen zu müssen. Ein Schauer durchlief seinen Körper und er schüttelte sich leicht.

Es half nichts. Heute würde aus dem eigentlichen Plan nichts mehr werden. Er bemerkte, wie angespannt Nacken- und Schultermuskulatur war und streckte sich. Drehte den Kopf hin und her, hörte, wie es knackte. Sport wäre natürlich ein guter Weg, um dies zu verbessern. Dies und alles andere auch. Einfach mal einen Ausgleich schaffen. Und so. Genau. Das sagte man doch. Einen Ausgleich, einen guten Vorsatz. Etwas, womit man das neue Jahr eben startete. Sport, Diät, Sparen, freundlicher sein, sich mehr mit der Familie beschäftigen. Jaja.

Er bemerkte, wie seine Augen weiterhin geradeaus starrten und in einem Tunnelblick gefangen waren. Er gähnte und rieb sich die Augen, streckte die Füße vor sich aus, nahm die Musik wahr. Die Gedanken schob er erst einmal von sich fort. Morgen war auch noch ein Tag, an dem er beginnen konnte.

So war es doch immer. Morgen. Andere Musik. Ein guter Vorsatz. Morgen würde er beginnen. Bestimmt.

10.2.16 19:54





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